Montag, 26. Januar 2009

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Wenn du vor mir stehst und mich ansiehst,
was weißt du dann von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von Deinen?
Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich?
Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich stehen, wie vor dem Eingang zur Hölle.


Was bildest Du Dir eigentlich ein? Dass ich mich vertrauensselig und unbekümmert Dir an den Hals werfe? Wie stellst Du Dir das vor? Sag ich Dir die Wahrheit, kannst Du nichts sagen. Nichts tun. Nichts ändern. Sage ich, mir ginge es wunderbar, sagst Du auch nichts. Welchen Sinn hat die Frage, wie es es mir geht? Dein Gewissen beruhigen? Mir einen Gefallen tun? Es bringt weder das eine noch das andere was. Was nützt es, jemanden zu sagen, es geht mir nicht gut, nicht mal annähernd gut, wenn ich nicht darüber reden darf? Welcher Zweck verbirgt sich dahinter, jemanden zu fragen, wie es ihm geht, wenn man es augenscheinlich gar nicht hören will bzw. nichts damit anfangen kann? Was bringt es, stets fortzulaufen, wenn es dem Gegenüber nicht gut geht? Wenn das Gegenüber nicht wie erwartet antwortet? Wenn das Gegenüber gar Wut empfindet oder anderweitig negativ gestimmt ist? Weshalb muss man da fortlaufen, sich verstecken? Warum kann man nicht einmal hinterfragen? Weil es einem gerade nicht in den Kragen passt? Weil man mit negativ und dem ganzen Kram nichts zu tun haben will? Weil... ja, warum? Was habe ich getan, ausser Mensch sein zu wollen? Was habe ich mir schon wieder zu schulden kommen lassen, ausser meinem Unmut Ausdruck zu verleihen? Warum darfst Du Dich an mir auslassen (gleichgültig ob ich an Deinem Befinden Schuld trage oder nicht), während ich es nicht mal wagen darf, auch nur daran zu denken, wütend auf Dich zu sein, geschweige denn es dann auch noch zu sagen? Warum?

Sonntag, 25. Januar 2009

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Man sagt die Zeit heile alle Wunden. Dem Stimme ich nicht zu. Die Wunden bleiben, mit der Zeit schützt die Seele den gesunden Verstand und bedeckt ihn mit Narbengewebe und der Schmerz läßt nach. Aber er verschwindet nie.

Da habe ich noch einen sehr weiten Weg vor mir. Doch selbst die ersten Schritte wollen mir nicht gelingen. Wo ist die Hand, die meine hält und mir hilft, nach jedem Stolpern, nach jedem Fall wieder aufzustehen? Wo? Und wem gehört sie?

Samstag, 24. Januar 2009

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Und dann kam der Tag, an dem ich erkannte, dass ich zu Bett gehen und nie mehr aufstehen sollte.

War es das jetzt also? Knapp 26 Jahre Leben und dann ist alles vorbei? Ein Vierteljahrhundert und dann das Aus?

Von mir aus hätte es mit drei schon aufhören können. Mit 13. Mit 16. Mit 19. Mit 21. Mit 23. 24. 25. Und nun naht die 26.
Ich sollte es einsehen - es bringt nichts. Ich habe versagt. Als Kind. Als Freundin. Als Verlobte. Als die Freundin. Als Mensch. Versager auf ganzer Linie.

Knapp 26 Jahre. Und nichts erreicht.
Keine Vergangenheit. Keine Gegenwart. Keine Zukunft.
Nichts woran es sich zu erinnern lohnt, woran es sich zu glauben lohnt. Nichts.

Es gab mal eine Zeit, da konnte ich mir wenigstens noch einreden, wenn schon nicht glücklich zu sein, so doch wenigstens einen Sinn im Leben sehen zu können.
Es gab Zeiten, da schrieb ich Liebesbriefe. Zeiten, in denen ich Wege baute und Ziele verfolgte. Zeiten, in denen ich mich Menschen anbot. Zeiten, in denen ich Träume und Sehnsüchte jagte und manchmal sogar einen erwischte. Es gab Zeiten, in denen ich mich von Freunden umgeben wähnte. Zeiten, in denen ich enttäuscht und verletzt wurde. Zeiten, in denen ich dennoch glaubte und verzeihen konnte. Zeiten, in denen ich dachte, ich könnte die Welt verändern. Menschen helfen und glücklich machen. Es gab Zeiten, da sang ich Sommer aus dem Herzen und schrieb Winter in der Seele. Zumindest bildete ich mir ein, dass es solche Zeiten gab. Ich klammerte mich an solche Gedanken, egal wie sehr sie sich wehrten.

Und dann gab es Tage, an denen starb ich. Stück für Stück. Immer mal ein bißchen. Und ich klammerte weiter. Doch aus den Tagen, wurden Wochen. Und aus diesen Monate. Aus den Monaten wuchsen Jahre und Stunde für Stunde, Minute für Minute, Sekunde für Sekunde starb etwas mehr in mir. Hoffnung und Vertrauen, Gefühl und Sehnsucht. Heute liegt alles brach. Das Herz ein Trümmerhaufen. Die Seele nur noch Schutt und Asche. Eine leere Hülle, in der weder Seele noch Herz wohnen. Aus Helfersyndrom wurde Egoismus. Aus dem Wunsch liebenswert zu sein ein Wahn. Aus dem Schweigen ein Schrei, der ungehört... oder ignoriert... verhallte.

Ich war bestrebt ein Engel zu sein und wurde zum Monster. Engel fliegen einsam. Monster werden... gehasst.

Ich habe es wohl nicht anders verdient.

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